APEX RACEWIRE Redaktion
Tsolov setzt sich gegen Dunne und Minì durch: Vierter F2-Sieg in Österreich
Nikola Tsolov trotzte einem Frontflügelschaden und sicherte sich auf dem Red Bull Ring seinen vierten Hauptrenn-Sieg der Saison. Damit verringerte er den Rückstand auf Spitzenreiter Gabriele Minì auf zwei Punkte.
Von Michael de Vries - 2026-06-28T09:28:17.000Z - 3 Min. Lesezeit
Nikola Tsolov zeigte auf dem Red Bull Ring eine kämpferische Leistung und sicherte sich seinen vierten Formel-2-Sieg der Saison. Trotz eines Frontflügelschadens gewann er ein ereignisreiches Hauptrennen in Österreich. Der Campos-Racing-Pilot überquerte die Ziellinie vor seinem Titelrivalen Gabriele Minì und verkürzte den Vorsprung des Italieners in der Gesamtwertung auf nur noch zwei Punkte, wodurch sich der Titelkampf deutlich zuspitzte.
Von der ersten Startreihe neben Polesitter Noel Leon ins Rennen gegangen, übernahm Tsolov früh die Führung, nachdem Leon in Kurve 2 der ersten Runde etwas zu weit herausgetragen worden war. Dahinter machte Minì für MP Motorsport direkt am Start Plätze gut und ging kurz vor der Neutralisierung an Alex Dunne vorbei auf Rang drei. Eine Kollision in der ersten Runde zwischen Rafael Villagomez, Sebastian Montoya und Joshua Dürksen löste eine Safety-Car-Phase aus, noch bevor sich das Feld sortieren konnte.
Als das Rennen in Runde 5 wieder freigegeben wurde, sorgte das Boxenstopp-Fenster für hektische strategische Aktivität an der Spitze. Leon eröffnete die Pflichtstopps, während Dunne und Tsolov in den folgenden vier Runden zum Reifenwechsel kamen. Minì wartete bis Runde 10 und kam kurzzeitig als bereinigter Spitzenreiter zurück auf die Strecke. Auf kalten Reifen tat sich der Italiener jedoch schwer, sodass sowohl Tsolov als auch Dunne ihren Temperaturvorteil nutzen und am MP-Motorsport-Boliden vorbeiziehen konnten.
Dunne hielt den Druck auf Tsolov hoch und übernahm in Runde 14 mit einem erfolgreichen Manöver die Führung. Überholfrei blieb die Aktion allerdings nicht: Nach einer Berührung der beiden Fahrzeuge brach die rechte Endplatte des Frontflügels an Tsolovs Campos ab. Trotz des aerodynamischen Handicaps blieb Tsolov in Schlagdistanz zum Rodin-Piloten, während Minì Rang drei hielt.
In Runde 25 nahm das Rennen eine weitere entscheidende Wende, als Dunne in der letzten Kurve zu weit raustrieb. Tsolov nutzte die Chance sofort und holte sich die Führung zurück. Nur Augenblicke nach dem Platztausch rief die Rennleitung ein Virtual Safety Car aus, um den Prema von Mari Boya zu bergen, der mit einem Motorschaden samt Feuer am Streckenrand zum Stehen gekommen war.
Der VSC-Restart erwies sich für Dunne als kostspielig, da er den zweiten Platz an Minì abgeben musste. In den Schlussrunden kämpfte Dunne mit starkem Reifenabbau, geriet unter schweren Druck von Rafael Camara und verteidigte sich aggressiv – Aktionen, die von der Rennleitung später für eine Untersuchung vorgemerkt wurden. Oliver Goethe profitierte von dem harten Zweikampf vor ihm, zog an beiden Autos vorbei und sicherte sich Platz drei sowie seinen ersten Podestplatz der Saison für MP Motorsport.
Tsolov behielt in den letzten Runden die Nerven und feierte einen Sieg mit 3,993 Sekunden Vorsprung vor Minì, während Goethe das Podium als Dritter komplettierte. Camara kam als Vierter vor Tasanapol Inthraphuvasak und Martinius Stenshorne ins Ziel, während Dunne beim Anblick der Zielflagge hinter dem anfänglichen Spitzenreiter Leon auf Rang sieben zurückfiel. Laurens Van Hoepen und Dürksen komplettierten die Punkteränge in den Top 10. Das Feld richtet seinen Blick nun auf die nächste Runde in Silverstone vom 3. bis 5. Juli.